Antwort von unten
ANTWORT VON UNTEN zeigt, wie HipHop die unterschiedlichsten Menschen auf einer Bühne vereint und im Protest zusammenführt: Die jungen Weddinger Crews Bad Boy Kingz und PKB 65, die zum Musikprojekt Kingz of Kiez gehören; die Schläfer aus Kreuzberg, die sich selbst als Rap-Fanatiker mit sozialkritischen Texten bezeichnen; die "Krieger des Lichts", Amewu und Chefket, die mit ihren Texten auch die eigene Rapcommunity herausfordern und ihr mutig die Stirn bieten; den Rapper B-Lash, der mit derbem Humor die Gesellschaft aufs schärfste verurteilt. Für viele von ihnen ist Musik die beste Möglichkeit, mit ihrer Umwelt in Verbindung zu treten – und der 1. Mai eine gute Chance, sich Gehör zu verschaffen.
ANTWORT VON UNTEN erzählt ihre Revolte, eine Revolte zwischen Musik und Politik. "Schließlich ist die HipHop Bühne auch eine Demonstration", wie Senol, der Veranstalter der Bühne, den Filmemachern erzählt, "sie läuft nur nicht durch die Gegend und macht alles kaputt". So gibt der Film nicht nur einen Einblick in die Lebenswirklichkeit eines einzelnen Tages im Jahr 2011, sondern geht weit über den 1. Mai hinaus: An allen anderen 364 Tagen im Jahr sind die Probleme der so genannten "Migrantenkinder", die sich HipHop zu eigen gemacht haben, um sich auszudrücken, dieselben. ANTWORT VON UNTEN ist daher weit mehr als nur ein Film über einen Teil der Berliner HipHop Szene. Es ist ein Film über Vorurteile, über Rassismen, über soziale Ungerechtigkeiten und über Wut. Es ist ein Film über junge Menschen, die durch Worte und Kunst etwas ändern möchten. Denn dass jedes Jahr ausgerechnet am 1. Mai eine HipHop Bühne in der Naunystraße in Kreuzberg auf- und wieder abgebaut wird, ist alles andere als Zufall: Die politische Sprengkraft, die im Hip Hop steckt, ist gewaltig, eine Stimme und ein Beat reichen dafür aus. Dennoch: Meist wird sie von denen, die sich nicht für HipHop interessieren, schlichtweg nicht gehört.
ANTWORT VON UNTEN richtet sich daher ausdrücklich nicht nur an HipHop-Fans oder solche, die es werden möchten. Wer dem Film mit offenem Herzen begegnet, wird vieles Lernen über unser Land, darüber, wie die Menschen funktionieren, hier und anderswo, und über den Kampf, den viele junge Leute Tag für Tag austragen. Zusammengenommen könnten es all diese kleinen Schritte sein – und nicht die großen Schlagzeilen oder markigen Sprüche der Presse und Politik – die gesellschaftliche Veränderung herbeiführen.
Dieser Film möchte hierzu einen Beitrag leisten.