Sexy versus Radikal
2011 war das Jahr der großen Proteste. Auf der ganzen Welt versammelten sich tausende junge Menschen auf den Straßen um gegen soziale Missstände zu protestieren. Ganz vorne mit dabei: Geographie-Studentin Camila Vallejo. Die einstige Anführerin der chilenischen Studentenbewegung wurde von Bildungaktivisten wie ein Popstar verehrt. Nun musste sie ihrem radikalen Nachfolger Gabriel Boric den Weg frei machen.
Die schöne Chilenin Camila Valejo gehört zur Speerspitze der Studentenbewegung in ihrer Heimat. In ihrem Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit geht sie bis an ihre Grenzen und nimmt selbst Morddrohungen in Kauf - der oberste Gerichtshof stellte sie sogar aus Sorge um ihre Person unter Polizeischutz.
Nun aber musste die Kämpfernatur eine harte Niederlage einstecken: Sie verlor ihr Amt als Studentensprecherin der Universidad de Chile. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 189 Stimmen konnte ihr Konkurrent Gabriel Boric die Wahl für sich entscheiden.
Ein gravierender Richtungswechsel für die chilenische Studentenbewegung: Hat Camila stets den Weg der Diplomatie gewählt, ist ihr Nachfolger Boric weitaus agressiver unterwegs. Wissenschaftler und Journalisten sprechen von einer Radikalisierung der Proteste. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Machtaustausch auf die Erfolge bzw. Misserfolge der chilenischen Studentenbewegung weiterhin auswirken wird.
Doch auch nach ihrem Amtsverlust gilt Camila als gefeierte Ikone. Ihre explosive Mischung aus Schlagfertigkeit, Intelligenz und Sexappeal machten sie zum Star, weit über die Grenzen Chiles hinaus. Momentan tourt sie als Gastrednerin durch Deutschland und hält in Berlin, Hamburg, Dortmund und vielen weiteren Städten Vorträge.