Jugendinitiative gegen Rechtsextremismus
Kontakt
Jean-Paul-Platz 5
95632 Wunsiedel
www.jugendini-wunsiedel.de
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Die Jugendinitiative gegen Rechtsextremismus Wunsiedel wurde im Jahr 2003 von Wunsiedler Jugendlichen zusammen mit der ehemaligen Jugenddiakonin Andrea Heußner als Reaktion auf den damals jährlich stattfindenden Rudolf - Hess - Gedenkmarsch ins Leben gerufen.
Bis heute ist die Jugendini ein Zusammenschluss von etwa 25 Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren , von denen circa die Hälfte das ganze Jahr über aktiv mitarbeitet.
Anfangs konzentrierte sich das Engagement der Jugendini auf Gegenaktionen zum Naziaufmarsch im August: So wurden beispielsweise Transparente bemalt und über der Marschroute der Nazis aufgehängt, Luftballonaktionen gestartet und Infostände organisiert um den über tausend Neonazis entgegenzutreten. Eine Sitzblockade, die den rechten Demonstrationszug 2004 aufhielt, veränderte die Berichterstattung in den Medien weg vom rechten Wallfahrtsort Wunsiedel hin zum bunten Wunsiedel, das den Ewiggestrigen mit kreativen Aktionen entgegentritt. Der Slogan „Wunsiedel ist bunt nicht braun“, den nach und nach auch andere betroffene Städte in ganz Deutschland übernahmen, war geboren.
Im Jahr 2005 wurde der Naziaufmarsch wieder verboten, doch die Wunsiedler sahen Ihre Aufgabe damit nicht als erledigt an. Ein bunter „Tag der Demokratie“ wurde ins Leben gerufen, den die Jugendini seitdem aktiv mitgestaltet. Auch beschränken sich die Jugendlichen nicht mehr nur auf die Veranstaltungen im August, sondern versuchen mit verschiedenen Aktionen, wie z.B. Konzerten, Podiumsdiskussionen und Aufklärungsvorträgen das ganze Jahr über präsent zu sein und so eine breite Schicht der Bevölkerung mit ihren Inhalten zu erreichen.
Aktuell liegt das Augenmerk der Jugendini hauptsächlich auf der Umsetzung des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, an dem sich alle Wunsiedler Schulen (Grund-, Haupt-, Wirtschafts-, Realschule und Gymnasium) beteiligen. Mittlerweile tragen alle Schulen den Titel, die Jugendini unterstützt die Schulteams und steht beratend zur Seite, wenn es darum geht, Aktionen zu planen. Zudem veranstalten die Jugendlichen schulübergreifende Aktionen, wie zuletzt eine Filmvorführung „Roots Germania“ mit anschließender Podiumsdiskussion von und mit der Schauspielerin und Fernsehmoderatorin Mo Asumang.
Das aktuelle Projekt ist die Vorbereitung und Durchführung eines Aktionstag an allen Wunsiedler Schulen im Herbst. Dabei sollen die Schüler in mehreren Kleingruppen pro Klasse folgende Themen erarbeiten und anschließend vorstellen:
- 2020: NPD an der Macht. Wie sieht Deutschland auf Basis des heutigen NPD-Parteiprogramms aus?
- Rechtsextremismus in der Region: Eine Bestandsaufnahme
- NPD-Verbot: Ein „Für und Wider“
- Frauen und Kinder in der rechtsextremen Szene
- Integrationskonzept an Schulen: Notwendiges Übel oder Notwendigkeit?
- Wie wirkt die deutsche Kultur auf fremde Kulturen? – Leben in Deutschland