Wort für Wort: Wirtschaftskrise
Aktien und Börse, Angebot und Nachfrage: Was steckt hinter diesen und anderen Schlagwörtern? Unsere Kollegen von fluter.de haben ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen erstellt. Lies dich schlau!
Aktien
Anteils- oder Teilhaberpapiere, die Mitgliedschaftsrechte des Aktionärs an einer Aktiengesellschaft in einer Aktienurkunde verbriefen. Dabei zerlegen Aktien das Grundkapital einer Gesellschaft in kleine Anteile. Die rechnerische Größe, also die Höhe der Beteiligung am Grundkapital, bezeichnet man als Nennwert. Aktien können nur von Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA) begeben werden. Der Aktionär wird Teilhaber am Aktienkapital und damit Mitinhaber des Gesellschaftsvermögens; daraus resultieren besondere Aktionärsrechte, aber auch Pflichten, in Abhängigkeit der Art der Aktien. Aktien werden an Wertpapierbörsen gehandelt; ihr Wert wird regelmäßig durch das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage an der Börse ermittelt.
Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik
Sieht die Ursachen für Störungen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts (insbesondere niedrige Wachstumsraten und hohe Arbeitslosigkeit) in den mangelhaften Angebotsbedingungen für die Produktionsunternehmen. Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik gilt als Gegenbewegung zum klassischen Keynesianismus und der damit verbundenen Nachfragepolitik und wird in Deutschland im Wesentlichen auch vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung empfohlen. Wichtige angebotsorientierte Maßnahmen sind die Deregulierung von Märkten, die Vereinfachung des Steuersystems und Senkung direkter Steuern, die Kürzung sozialer Leistungen und die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen.
Arbeitslosenversicherung
Wurde in Deutschland 1927 gegründet und ist Teil der sozialen Pflichtversicherungen. Trägerin und durchführende Behörde der Arbeitslosenversicherung ist die Bundesagentur für Arbeit. Die Finanzierung erfolgt nach dem Beitragssystem, die Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern entrichtet. Der Beitragssatz beträgt zurzeit 6,5 Prozent.
Arbeitsmarktpolitik
Fasst alle Programme zusammen, die die Beseitigung der grundlegenden Ursachen des Beschäftigungsproblems zum Ziel haben. Passive Arbeitsmarktpolitik hilft Arbeitslosen durch finanzielle Leistungen, aktive Arbeitsmarktpolitik hat die Aufgabe durch Beratungs- und Vermittlungsangebote, Umschulungen und Arbeitsbeschaffungsprogramme die Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt zu forcieren. Trägerin der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland ist hauptsächlich die Bundesagentur für Arbeit. Im Gegensatz zur Beschäftigungspolitik ist für die Arbeitsmarktpolitik nicht nur die Nachfrageseite, sondern auch die Angebotsseite und die Funktionsfähigkeit des Arbeitsmarktes von Belang.
Beschäftigungspolitik
Konzentriert sich im Gegensatz zur Arbeitsmarktpolitik auf die Nachfrageseite des Marktes und damit auf die Förderung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums, um die Nachfrage nach Arbeitskräften zu vergrößern.
Börse
Der Begriff Börse stammt aus dem 15.Jahrhundert aus dem belgischen Brügge. Er umschrieb eine regelmäßige Versammlung reicher italienischer Händler auf einem Platz. Benannt war dieser Marktplatz nach dem dort ansässigen Patriziergeschlecht van der Beurse. An der Börse werden Angebot und Nachfrage zusammengeführt. Wertpapierbörsen bieten Anlegern die Möglichkeit, sich an der wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen zu beteiligen. Zudem ist die Börse ein Emissionsmarkt, auf dem neue Wertpapiere angeboten werden.
Dienstleistungsgesellschaft
Als Dienstleistungen gelten alle wirtschaftlichen Leistungen, die nicht Teil der Warenproduktion sind, zum Beispiel Bankdienste. Dieser Wirtschaftsbereich wird auch als tertiärer Sektor bezeichnet. Die Zahl der im tertiären Sektor beschäftigten Erwerbstätigen stieg von knapp unter 20 Millionen im Jahr 1950 auf 28 Millionen im Jahr 1990. Der Anteil des Dienstleistungssektors an der Wertschöpfung lag im Jahr 1998 bei 51 Prozent. Dieser Strukturwandel kann eine gewisse strukturelle Arbeitslosigkeit nach sich ziehen, da bestimmte Berufe und Qualifikationen nicht mehr nachgefragt werden.
Einkommenssteuer
Die Einkommenssteuer ist in Deutschland die bedeutendste Einnahmequelle der öffentlichen Haushalte. Es gibt sieben Einkunftsarten, die der Einkommenssteuerpflicht unterliegen, darunter fallen sowohl der Gewinn aus selbstständiger Arbeit als auch Einkünfte aus Vermietung, Kapitalvermögen oder ähnlichem.
Fiskalpolitik
Alle finanzpolitischen Maßnahmen des Staates zur Stabilisierung des Wirtschaftsablaufes im Dienst der Konjunkturpolitik. Instrument der Fiskalpolitik ist die Steuerung öffentlicher Einnahmen und Ausgaben im Sinne der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik.
Geldpolitik
Alle Maßnahmen zur Regelung der Geldversorgung unter Berücksichtigung gesamtwirtschaftlicher Ziele. Träger der Geldpolitik in Deutschland ist seit 1999 die Europäische Zentralbank.
Globalsteuerung
Maßnahme der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik. Mit dem Stabilitätsgesetz zielt die Globalsteuerung in Deutschland in erster Linie auf die Beeinflussung der Gesamtnachfrage.
Inflation
Anhaltender Anstieg des Preisniveaus, verbunden mit einem Rückgang der Kaufkraft des Geldes.
Kaufkraft
Die Kaufkraft des Geldes: Menge der Güter, die man mit einer bestimmten Geldmenge kaufen kann. Erhält man weniger Güter für die gleiche Geldmenge, weil die Preise gestiegen sind, ist die Kaufkraft gesunken. Umgekehrt steigt die Kaufkraft, wenn die Preise sinken.
Konjunktur
Der umfassende Begriff für die Schwankungen der Wirtschaft. Ein Konjunkturzyklus besteht aus Aufschwung (Expansion), Hochkonjunktur (Boom), Abschwung (Rezession) und Tiefstand (Depression).
Konjunkturpolitik
Versucht Schwankungen der Konjunktur entgegenzusteuern, insbesondere um konjunkturelle Arbeitslosigkeit zu verhindern. Wesentliche Bereiche der Konjunkturpolitik sind die Fiskal- und die Geldpolitik. In Deutschland ist das Stabilitätsgesetz die Grundlage der staatlichen Konjunkturpolitik.
Magisches Viereck
Volkswirtschaftlicher Ausdruck für die Anstrengung, vier Hauptziele der Wirtschaftspolitik gleichzeitig zu erfüllen: Vollbeschäftigung, Wirtschaftswachstum, Geldwertstabilität und außenwirtschaftliches Gleichgewicht.
Nachfrage
Das Streben nach Gütern zur Deckung von Bedürfnissen. Nachfrage setzt Kaufkraft voraus.
Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
Die nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik sieht im Gegensatz zur Angebotspolitik in der Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage die Lösung zum Abbau der Arbeitslosigkeit und zur Steigerung des Wirtschaftswachstums. Theoretische Grundlage für die Nachfragepolitik sind die Schriften von John Maynard Keynes, nach ihm wird die nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik auch als Keynesianismus bezeichnet. Zur Stimulierung der Gesamtnachfrage setzt diese Theorie auf staatliche Ausgabenprogramme und antizyklische Finanzpolitik.
Soziale Marktwirtschaft
Eine Wirtschaftsordnung auf der Grundlage des Systems der freien Marktwirtschaft, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Gerechtigkeit bei einem hohen Maß an individueller Freiheit gewährleisten will. Die soziale Marktwirtschaft ist in der Bundesrepublik Deutschland insbesondere von Alfred Müller-Armack konzeptionell entwickelt und von Ludwig Ehrhard politisch verwirklicht worden.
Sozialprodukt
Umfassender Ausdruck für den Wert der wirtschaftlichen Leistung aller in einem bestimmten Wirtschaftsraum lebenden Personen.
Volkswirtschaft
Gesamt- und einzelwirtschaftliche Vorgänge innerhalb eines mit dem Staatsgebiet eines Volkes zusammenfallenden Wirtschaftsraumes. Ihre spezifische Prägung erhält eine Volkswirtschaft durch die jeweilige Wirtschaftspolitik, durch die gesellschaftlichen Verhältnisse sowie durch die sonstigen Standortbedingungen.
Wirtschaftswachstum
Zunahme des Sozialprodukts, die auf den vermehrten Einsatz von Kapital und Arbeit sowie auf technischen Fortschritt zurückgeführt werden kann. Ein angemessenes reales Wachstum zu schaffen, ist eine Zielsetzung innerhalb des magischen Vierecks. Voraussetzung sind ausreichende Wachstumsfaktoren. Man unterscheidet quantitatives (mehr Produktion und Sozialprodukt) und qualitatives (technischer Fortschritt) Wachstum.
Finanzmarkt