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Wenn der Papst kommt ist die Hölle los

Erleuchtung auf dem Weltjugendtag in Madrid
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18. August 2011

Unsere Redakteurin Saskia hat mit Julia, Mitorganisatorin des Weltjugendtages, gesprochen.

Julia, du organisierst als Sprecherin von Jugend2000 den Weltjugendtag. Was ist das Besondere daran?

Ich denke, das wirklich Besondere am Weltjugendtag ist, dass er so vielen jungen Menschen Selbstbewusstsein und Stärke schenkt – weil er sie im Glauben vereint. Es sind ja Tausende von Jugendlichen, die aus der ganzen Welt kommen zusammen, um friedlich ihren Glauben zu feiern! Und den meisten wird dabei bewusst, dass das Zusammenkommen im Glauben eine unglaubliche Bereicherung ist, aus der sie auch viel später noch Kraft schöpfen können.

Viele junge Leute in Spanien empören sich darüber, dass der Staat gerade jetzt ein solches Event ausrichtet und dafür sehr viel Geld ausgibt, obwohl das Geld an allen anderen Ecken und Enden fehlt...

Zu den Kosten des Weltjugendtages kann ich nicht viel sagen, da ich mich mit der Finanzierung nicht beschäftigt habe. Ich merke hier vor Ort einfach nur, wie die Jugendlichen - auch gerade die spanischen - durch das Feiern ihres Glaubens ermutigt werden und andere ermutigen. Sie tragen wieder Hoffnung in sich. Das ist übrigens ein ganz wichtiger Punkt: Die Jugend muss wieder Hoffnung schöpfen dürfen.

Dennoch: Die Kosten, die der Besuch des Papstes und die Sicherheitsvorkehrungen verursachen, sind enorm.

Sicherheitsvorkehrungen sind bei einer solchen Großveranstaltungen ein absolutes Muss. Ich kann nur sagen, dass hier alles sehr strukturiert abläuft; es kommt mir nicht so vor, als würde hier Geld verschwendet. Wir schlafen nicht in hochwertigen Unterkünften, sondern in Turnhallen und Schulen. Ich denke, das Geld, das Spanien für die Ausrichtung des Weltjugendtages ausgibt, ist gut investiert.

Warum?

Ganz einfach: Die Jugend ist die Zukunft. Es kann keine Fehlinvestition sein, sie zu stärken. Sie tauschen sich hier in kürzester Zeit und komprimiert mit Jugendlichen aus aller Welt aus. Werte wie Liebe, Gerechtigkeit und das Gefühl, gemeinsam etwas erreichen zu können bestimmen hier den Alltag.
Aber ist es nicht absurd, dass der Weltjugendtag ausgerechnet in Madrid stattfindet, wo schon seit Wochen junge Menschen für ihre Zukunft demonstrieren?
Ich denke nicht, dass das ein Widerspruch ist – gerade auch, weil sich der Weltjugendtag ja auch mit diesen Ängsten beschäftigt und sie durchaus ernst nimmt. Er soll jungen Menschen aus Spanien und aus aller Welt Mut machen.

Man hätte ihn doch verlegen können...

Nein, das sehe ich nicht so. Außerdem steht schon lange im Vorfeld fest, wo der Weltjugendtag stattfinden soll. Er muss ja auch organisiert werden. Eine spontane Umverlegung wäre kontraproduktiv gewesen.

Wie ist denn gerade die Stimmung in Madrid. Ist es anders als in den anderen Jahren?

Die Stimmung hier ist absolut positiv. Die Jugendlichen machen gemeinsam Party, zwischen ihnen entwickelt sich ein starkes Band. Madrid ist der perfekte Ort für den Weltjugendtag: Die Jugend hier braucht Hoffnung und bekommt Hoffnung.


Das Interview führte Saskia Dicke

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