Bedeckt erschreckt.
Im Jahre 2007 begegnete der jüdische Publizist Ralph Giordano in Köln einer Burkaträgerin und bezeichnete sie als "menschlichen Pinguin". Daraufhin entbrannte eine europaweite Diskussion über die Vollverschleierung muslimischer Frauen - die Frauen selbst wurden kaum befragt. Wir sprachen mit der konvertierten Muslimin Amina Sabine Mohammed über ein Kleidungsstück, das weit mehr ist als ein Kleidungsstück.
Die Debatte um das berüchtigte Stück Stoff reißt nicht ab. Erst kürzlich forderte die niedersächsische Landesregierung ein Burka-Verbot im öffentlichen Dienst und löste damit Empörung in der muslimischen Community aus. Die Furcht vor dem Unbekannten macht es der westlich geprägten Gesellschaft scheinbar unmöglich Burka-Trägerinnen in ihrer Erscheinung und ihrem Religionsverständnis zu akzeptieren. Dass es Frauen gibt, die ein "Ganzkörpergefängnis" freiwillig tragen, ist für viele einfach undenkbar.
Amina Sabine Mohammed ist der lebende Gegenbeweis. Die gebürtige Flensburgerin konvertierte zum Islam und entschied sich nach einer Weile dazu, in der Öffentlichkeit einen Niqab zu tragen. Die ganze Aufregung um die Burka kann die Autorin nicht nachvollziehen.
Aber: Wie viel Toleranz ist nötig, wie wenig Integration ist tragbar?
Dass der Anblick einer verhüllten Frau bei vielen für Unbehagen sorgt, ist durchaus nachvollziehbar. In Deutschland ist man es einfach gewöhnt, die Mimik seiner Mitmenschen deuten zu können - man kommuniziert eben von Angesicht zu Angesicht. Es geht dabei weniger um religiöse Beweggründe als viel mehr um die Akzeptanz westlicher Werte und Umgangsformen. Ist es in Ordnung, wenn sich Frauen hier in Deutschland bis zur Unkenntlichkeit verhüllen? Ist es in Ordnung, wenn man sie zwingt den Vollschleier abzulegen?
Wir wollen von dir wissen, wie du zu der Burka-Debatte stehst.
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