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Rettet das Yaam!

yaam Berlin
  • berlin
  • HipHop
25. August 2011

Das Yaam ist einer der beliebtesten Ausgehorte für viele Berliner Jugendliche. An der Spree gelegen besticht der Ort nicht nur durch Strandfeeling, sondern buchstäblich durch Kunst: Graffitis verschönern die Berliner Mauer, die damals Ost und West trennte, und nun das Yaam-Gelände vor dem Straßenlärm schützt.

"Peace, Music and Fun", so das Motto der Strandbar, die im übrigen auch Familien anzieht, an sozial schwache Kinder essen verteilt und Menschen ohne Papiere offensiv mit einbezieht. Doch schon lange ist das Yaam davon bedroht, geschlossen zu werden, Jahr für Jahr muss es darum bangen, weiter existieren zu dürfen. Denn das Gelände, auf dem das Yaam angelegt wurde, gehört privaten Investoren der Mediaspree. Und die haben mit dem Areal anderes vor...

Die Mediaspree plant entlang des Spreeufers Bauprojekte – vor allem Bürogebäude –, die Platz schaffen sollen für Kommunikations- und Medienunternehmen. Berlin müsse als Medienort gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen werden, so das Argument. Durch die Mediaspree gewinne Berlin an Attraktivität, sie präge das Stadtbild Berlins von Grund auf positiv, so die Theorie. Klar, dass Berliner Politiker davon total angeturnt sind: Berlin ist hochverschuldet und kann Investoren gut und gerne gebrauchen. Also immer her damit.
Doch in der Praxis bedeutet es, dass eben solche Orte wie das Yaam geopfert werden. Da spielt es anscheinend keine Rolle mehr, dass es der einzige Ort in der Umgebung Freidrichshain-Kreuzberg ist, wo Jugendliche eine Halfpipe, einen Basketballplatz, einen Volleyballplatz und Musikangebote ohne Ende haben.


 

Das Yaam ist ihre Plattform. Regelmäßig bietet es coole Ereignisse an, wo Jugendkultur ausgelebt und gefeiert werden kann – wie etwa die Graffitibox Summer Jam. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass das Yaam Kulturerbe ist – und das nicht nur für die heutige Jugend, sondern seit den 80-er Jahren. Ja, mehr noch: Es ist ein politischer Ort, an dem aktiv gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vorgegangen wird, an dem offensiv klargestellt wird: Alle Menschen sind gleich, also Respect! Peace, Music and Fun eben. Und es soll nicht wichtig sein, einen solchen Ort zu erhalten?
Ich kann verstehen, dass es für die Zukunft Berlins wichtig ist, ein Standing zu haben und international attraktiv zu sein, auch für große Unternehmen. Aber genauso muss Berlin doch darauf achten, dass es offen bleibt und auf die Bedürfnisse seiner Jugend eingeht. Berlin war gerade für junge Leute immer eine tolle Stadt, mit allerhand Räumen zum Wohlfühlen und Ausleben. Doch nun schauen wir hilflos dabei zu, wie das Berlin, das wir dafür lieben, dass es kulturell, multikulturell und tolerant ist, langsam den Bach heruntergeht. Dabei gibt doch Berlins politische Elite eben mit jenen Aspekten gerne an, wenn es um Stadtvermarktung geht, oder? Was macht Berlin denn so sexy? Bürogebäude etwa?

Ein Kompromiss muss her mit dem alle leben können. Wenn das Yaam auf dem Gelände, auf dem es derzeit steht, nicht gerettet werden kann, weil die Investoren sich nicht umstimmen lassen, dann muss der Berliner Senat dafür sorgen, dass es woanders wieder aufgebaut wird. Warum? Weil wir das Yaam brauchen. Die Jugend braucht es, die Musik braucht es, sozial Ausgeschlossene brauchen es. Die Mediaspree kann den Pachtvertrag des Yaams jederzeit kündigen. Es muss etwas passieren. Schnell.

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