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Aus dem Albtraum, in den Albtraum: Flüchtlinge aus Libyen

kinder libyen
04. April 2011
Im Krieg kommt es immer dazu, dass ein Teil der Bevölkerung die Flucht aus dem eigenen Land wagt, um jenseits des Bösen ein neues Leben zu beginnen. Auch im Falle Libyens, wo sich derzeit die Anhänger von Machthaber Gaddafi und die Rebellen gegenüberstehen, sind bereits Hunderttausende auf der Flucht.

Beinahe alle europäischen Mächte, wie beispielsweise Frankreich, haben das Problem praktisch ignoriert, da sie nicht direkt damit konfrontiert waren. Nur ein Land musste sich bisher mit der Flüchtlingswelle auseinandersetzen: Italien. Schon seit Jahren hat Italien ein Problem mit illegalen Einwanderern aus Lybien, Tunesien und anderen Ländern Nordafrikas. Insbesondere die Insel Lampedusa, die sich im Mittelmeer zwischen Tunesien und Sizilien befindet, ist davon betroffen. Seit Wochen erscheinen immer mehr Videos und Fotos, die den Ausnahmezustand auf Lampedusa darstellen: Mehr als 3500 Flüchtlinge sind in den letzten Tagen mit Schiffen in Italien angekommen, um aus dem Albtraum "Krieg" endlich aufzuwachen. Sie wussten aber nicht, dass die italienische Regierung auf einen "menschlichen Tsunami", so Berlusconi, absolut nicht vorbereitet war: Schlafplätze, Wasser und Lebensmittel reichen längst nicht nur für alle aus. Der Regierungschef Italiens erklärte, dass die Flüchtlinge nur provisorisch in Lampedusa bleiben sollten und dass sie in den nächsten Tagen mit Hilfe von italienischen Militärschiffen in andere Städte gebracht werden. Gestern haben bereits 1600 Flüchtlinge die sizilianische Insel verlassen, doch die Lage ist nach wie vor kritisch. Würde es nach Berlusconi gehen, würde ein Großteil der Einwanderer einfach abgeschoben werden. Andere Stimmen meinen, dass Italien als EU-Land, die Pflicht hätte, den Flüchtlingen politisches Asyl anzubieten.  Selbst innerhalb der Bevölkerung von Lampedusa gibt es entgegengesetzte Meinungen: Eine Gruppe von Bürgern ging mit Transparenten am Hafen auf und ab, um ihre Solidarität mit den Flüchtlingen zu bekunden, andere protestierten, weil sie die afrikanischen Einwanderer auf "ihrer" Insel einfach Satt hätten. 

Was denkt ihr darüber? Sollte Italien alle Flüchtlinge einfach aufnehmen? Warum helfen die anderen europäischen Mächte nicht? Was wäre in einer ähnlichen Situation in Deutschland passiert?  Schreibt hier eure Meinung!

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