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The Point Of No Return

assad syrien
  • streetblogger
  • Arabischer Frühling
  • Protest
14. Februar 2012

Das Töten muss endlich ein Ende haben! Merkel, Clinton und Co. sind sich darüber einig, dass die brutalen Übergriffe vom Assad-Regime gestoppt werden müssen. Doch bislang haben weder Sanktionen gefruchtet, noch konnte der UN-Resolutionsentwurf in Kraft treten. Der Westen schiebt Russland und China den schwarzen Peter zu. Streetbloggerin Inna Veleva traf den Islam-Experten Sebastian Sons, um mit ihm über die Fakten, die Gründe und mögliche Zukunftsszenarien im Syrien-Konflikt zu sprechen.

Die Welle der arabischen Revolutionen läutete eine Zeitwende in der Region des Vorderen und Mittleren Orients ein. Die verbliebenen autoritären Regimes wurden mit der Macht der zivilen Bevölkerung konfrontiert und sahen sich dadurch gezwungen zu handeln. Zahlreiche Reformprozesse wurden angekündigt, die jedoch mehr von politischer Taktik, als von einem aufrichtigen Gesinnungswandel zeugten.

Syrien: Wie alles begann

Letzten Winter, im Januar 2011 waren in Syrien die ersten Anzeichen von Unzufriedenheit mit dem totalitär regierenden Baath-Regime zu spüren. Nach der willkürlichen Verhaftung einer Gruppe von Schulkindern in der syrischen Stadt von Deraa intensivierten sich die zunächst friedlich verlaufenden Proteste. Doch der Assad-Clan zeigte sich unbeeindruckt: Die Forderungen und Erwartungen der syrischen Zivilgesellschaft wurden weiterhin ignoriert. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Forderungen lauter und heftiger wurden und der Diktator Baschar al-Assad die Geduld verlor: Er begann, sein eigenes Volk niederzumetzeln. Laut UN-Berichten fielen bisher über 5000 Menschen den brutalen Massakern zum Opfer.

Verleugnung, Unterdrückung, Massenmord: Wie lange kann sich Baschar al-Assad noch an der Macht halten? Islam-Experte Sebastian Sons erklärt die möglichen Zukunftsszenarien:

Die syrische Opposition ist gespalten und schafft es nur schwer eine einheitliche Richtung einzuschlagen, um mit geballter Kraft gegen das Assad-Regime vorzugehen. Warum das so ist, hat Sebastian für uns erläutert.


Das Versagen der internationalen Gemeinschaft: Wieso gibt es keine Hilfe für Syriens Zivilbevölkerung?

Die blutige Niederschlagung der Demonstrationen löste weltweit Empörung aus. Trotz der Tatsache, dass sich der UN-Sicherheitsrat über den dringenden Handlungsbedarf einig war, scheiterte die Weltgemeinschaft daran, die Resolution gegen das Assad-Regime durchzubringen. Die üblichen Verdächtigten Russland und China stellten sich quer und verhinderten die Verabschiedung von schärferen Sanktionen gegen Syriens Machthaber Assad und sein Gefolge. Mit der Argumentation es sei ein „interner Konflikt“ blockierten Russland und China die Abstimmung zur Syrien-Resolution.

Syrien und Russland: Eine wichtige politische Verbindung

Für Russlands Veto gibt es allerdings noch einen weiteren wichtigen Grund: Seit dem Kalten Krieg zählt Russland zu den wichtigsten Verbündeten des syrischen Regimes. Bis heute ist die Partnerschaft mit dem Assad-Regime von großer strategischer Bedeutung, zumal mittlerweile der einzige russische Militärstützpunkt am Mittelmeer im Marinehafen der syrischen Hafenstadt Tartus liegt. Nicht zu unterschätzen sind auch die wirtschaftlichen Interessen Russlands und deren Auswirkungen: Russland beliefert das Assad-Regime mit Waffen und Kampfflugzeugen, die dann im Kampf gegen die Rebellen eingesetzt werden.

Was spielte sich jedoch hinter den Kulissen ab? Wem kam schließlich das russische Veto gelegen?

Mit allen ihm zu Verfügung stehenden Mitteln versucht der syrische Diktator Zeit zu gewinnen in der Hoffnung, mit seiner brutalen Gewaltstrategie den Aufstand wirksam ersticken zu können. Doch nicht nur dem Machthaber Assad kam das Syrien-Debakel im UN-Sicherheitsrat gelegen. Auch die westlichen Mächte fühlen sich als stiller Beobachter wohler und würden ungern die Gefahr einer Eskalation des Syrien-Konflikts riskieren. Die politische Rückendeckung für Assads Regime sowie die Unterstützung vom Iran und der in Libanon sitzenden paramilitärischen Organisation Hisbollah darf nicht unterschätzt werden.

Die traurige Wahrheit ist also, dass die syrische Bevölkerung bis dato auf sich allein gestellt ist. Und so werden wohl weiterhin viele Menschen im erbitterten Kampf um die Freiheit des syrischen Volkes ihr Leben lassen.



   Streetbloggerin: Inna Veleva
   24 Jahre alt
   Politikwissenschaftlerin



 

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