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Mehr Rechte für Praktikanten!

Emilie Turunen
  • Bildungspolitik
  • Europa
  • Prekariat
03. Februar 2011

Was kommt euch spontan in den Sinn, wenn ihr an Praktika denkt? Ihr habt doch schon bestimmt Erfahrungen mit Praktika gesammelt, oder? Einige von euch kennen doch bestimmt Folgendes:

Man ist glücklich, wenn man einen Praktikumsplatz ergattert hat und nimmt diesen auch an, obwohl er nicht bezahlt wird. Man erhofft sich davon, viel zu lernen und malt sich eine berufliche Zukunft bei dem ausgewählten Unternehmen aus. Man kommt an und darf Kaffee für das Personal kochen oder Dokumente einsortieren. Spannend und lehrreich ist das nicht. Ganz im Gegenteil man fühlt sich eher ausgebeutet.

Doch auch Studenten, die neben dem Studium praktische Erfahrungen sammeln wollen, haben oftmals Probleme, ein Praktikum zu finden, denn die Praktikumsdauer ist meist zu lang, sodass die Semesterferien nicht reichen.
Ein Praktikum gleicht heutzutage fast einem Vollzeitjob. Eine 40 - 50 Stundenwoche ist schon "normal" für ein Praktikum und das mit einer Vergütung zwischen 100 - 200 € im Monat. Super Taschengeld, wenn man noch bei den Eltern wohnt, aber für diesen Zeitaufwand einfach zu wenig, oder?

Ja, das sieht die jüngste Abgeordnete des EU-Parlaments, Emilie Turunen, auch so und setzt sich deswegen für die Praktikanten in Europa ein. Sie fordert ein Grundgehalt für alle Praktikanten, ein Limit für die Praktikumsdauer und eine europäische Qualitätscharta mit Mindestanforderungen für Praktika. Dazu gehören laut Emilie Turunen ein Versicherungsschutz, Sozialleistungen und Geld entsprechend den Lebenshaltungskosten am Praktikumsort sowie die Einbindung in das Bildungsprogramm.

In den letzten Jahren sank die Anzahl der realen Jobs europaweit, während die Anzahl der Praktika stieg. Einige Praktika ersetzen sogar Festeinstellungen und das will die Abgeordnete des EU-Parlaments so schnell wie möglich ändern. Das EU-Parlament hat ihre Empfehlung bereits angenommen. Jetzt ist es eine Frage der Zeit, bis es zur Umsetzung in Europa kommt.

Emilie Turunen hat den Stein ins Rollen gebracht, doch es gibt auch Kritiker, die behaupten, dass durch die vorgeschlagene Regelung von Turunen, Firmen zukünftig überhaupt keine Praktika mehr anbieten werden. Auch gemeinnützige Organisationen müssten Stellen streichen.

Was haltet ihr von dem Vorschlag von Emilie Turunen?

Welche Erfahrungen habt ihr mit Praktika gemacht?

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